Asphaltanalysator VERTE

zur Extraktion und Bindemittelgehaltsbestimmung von Asphaltbaustoffen. Durch die integrierte Vakuum-Destillationseinrichtung mit Hochleistungs-Vakuumpumpe bis ca. 20 mbar und indirekter Beheizung wird das zurück gewonnene Bindemittel schonend …


Beschreibung

Asphaltanalysator VERTE zur Extraktion und Bindemittelgehaltsbestimmung von Asphaltbaustoffen. Durch die integrierte Vakuum-Destillationseinrichtung mit Hochleistungs-Vakuumpumpe bis ca. 20 mbar und indirekter Beheizung wird das zurück gewonnene Bindemittel schonend eingedickt. Eine druckluftgesteuerte Membranpumpe erlaubt die Lösemittelversorgung ohne große Druckschwankungen. Ansonsten basiert die Technologie weitgehend auf dem seit vielen Jahren bewährten Verfahrensprinzip des Asphaltanalysators. Zur Steuerung kommt ein Industrie – PC mit Touchscreen zum Einsatz. Damit wird der gesamte Extraktions- und Destillationsprozess gesteuert und es bieten sich eine Reihe weiterer Vorteile und Möglichkeiten wie

  • Visualisierung des Programmablaufs
  • Prozess werksseitig für unterschiedliche Lösemittel und deren spezifische Anforderungen und Drücke bis 20 mbar absolut parametrierbar
  • Erstellung und Abspeicherung von Versuchsablaufprogrammen für unterschiedliche Mischgutarten
  • Abspeicherung prozessrelevanter Versuchsparameter (Laufzeit, Temperaturen, Drücke etc.) zur Prozesskontrolle und/oder Dokumentation
  • Fehlerdiagnose vor Ort oder durch Fernwartung über Internet
  • Anschlussmöglichkeit weiterer Geräte wie z. B. Waagen
  • Programmupdate einfach möglich z. B. über USB – Stick

Diese Erweiterungen ermöglichen es, in der Anlage unterschiedlichste nicht brennbare Lösemittel angefangen mit chlorierten Kohlenwasserstoffen

  • Trichlorethylen
  • Tetrachlorethen (Perchlorethylen)
  • Dichlormethan (Methylenchlorid)

als auch solchen aus „nachwachsenden“ Rohstoffen

  • Caprylsäuremethylester (Kokosester)
  • …

mit Siedetemperaturen bis max. 200°C einzusetzen. Bedingung ist, dass uns für das zur Anwendung kommende Lösemittel Sicherheitsdatenblätter mit den exakten Stoffdaten zu

  • Dichte
  • Siedetemperatur
  • Verdampfungswärme
  • Dampfdruck
  • Flammpunkt
  • Explosionsgrenzen
  • usw.

zur Verfügung gestellt wird und von uns werksseitig parametriert werden können. Darüber hinaus muss für jedes Lösemittel die Beständigkeit der eingesetzten Werkstoffe und Dichtungen individuell überprüft und ggf. gegen Mehrkosten angepasst werden.

Die Anlage wurde im Werk für das oben angegebene Lösemittel parametriert.

Verfahrensprinzip:

Asphaltmischgut wird in eine Siebtrommel (20-1110..) eingewogen. Die Probenmenge (Faustregel: das Hundertfache des Größtkorns) richtet sich vor allem nach dem darin enthaltenen Fülleranteil. Dieser darf bei Verwendung einer Schleuderhülse 20-0330 eine Menge von 200 g und bei 20-0335 eine solche von 300 g nicht überschreiten. Die Siebtrommel mit Asphaltmischgut wird bei einer Temperatur unterhalb des Siedepunktes des verwendeten Lösemittels (z. B. <80° C bei Tri) in die Waschkammer eingesetzt. Durch langsames intervallgesteuertes Drehen der Siebtrommel wird das Mischgut im Lösemittel unter Einsatz von Vakuum und Ultraschall sehr schonend in seine Bestandteile zerlegt. Mineralstoffe (Siebtrommel 20-1112 >0,063 mm) werden in der Siebtrommel aufgefangen. Bindemittel, Lösemittel sowie Füller werden ausgewaschen und in der angeschlossenen Becherzentrifuge mit austauschbarer Schleuderhülse wieder separiert. Füller wird in der Schleuderhülse zurückgehalten, das Gemisch Bindemittel / Lösemittel wird ausgeschleudert und anschließend in der indirekt beheizten Destillationseinrichtung unter Vakuum getrennt. Durch die Vakuumdestillation mit indirekter Beheizung wird das Bindemittel ohne wesentliche thermische Belastung weiter als bei bisher üblichen Verfahren auf ca. 300 ml eingedickt und in einem gut zugänglichen und leicht abnehmbaren Verdampferkolben 1000 ml aufgefangen. Anschließend kann dieses z. B. nach EN 12697/3 mittels Vakuum-Rotationsverdampfer für die Untersuchung der Bindemitteleigenschaften verwendet werden. Das abdestillierte Lösemittel wird zur Wiederverwendung im Vorratstank aufgefangen.

Im Anschluss an den Auswaschvorgang werden Mineralstoffe und Füller parallel zum Destillationsprozess automatisch getrocknet und stehen danach für die Siebanalyse zur Verfügung. Der Anwender kann verschiedene Ablaufprogramme mit voreingestellter Anzahl von Waschgängen und Trocknungszeiten programmieren und abspeichern und damit gleichartige Mischgutsorten immer mit den gleichen Versuchsparametern untersuchen. Durch die Vakuumdestillation wird sichergestellt, dass auch bei Lösemitteln mit hohem Siedepunkt wie z. B. Kokosester die Destillation ohne Risiko der Überhitzung und damit Veränderung der Bindemitteleigenschaften möglich ist. Übliche Extraktionszeiten einschließlich Trocknung und Bindemittel-Rückgewinnung liegen z. B. für Tri und 5 Waschgängen bei ca. 40 Minuten.

Waschkammer und Zentrifuge sind während dem Prozess hermetisch abgeschlossen und sind für den Bediener erst nach der Trocknung zur Probenentnahme zugänglich. Beim Einsatz von Trichlorethylen als Lösemittel liegt der maschinentechnische Verlust im Abluftstrom bei < 25 ml pro Extraktion und wird über einen Abluftschlauch abgeführt. Als Option ist 20-11500 Zusatzinstallation nach TA-Luft mit Aktivkohlefilterpatrone lieferbar, mit welcher die Emissionen im Abgas auf eine Massenkonzentration von 1 mg/m³ bzw. einen Massenstrom von 2,5 g/h begrenzt werden.

Zum Betrieb sind Schleuderhülsen 20-0330 bzw. 20-0335, Waschtrommeln 20-1110 … sowie Waschtrommeldeckel 20-1106 oder 20-1107 zusätzlich erforderlich. Zur Kühlung der Anlage ist im Labor eine kontinuierliche Kühlwasserversorgung mit 6 bis 8 l/Min. bei 3 bar und einer Vorlauftemperatur von 12 °C (+-2 °C) bereitzustellen. Dafür empfehlen wir die Verwendung einer Kühlwasseranlage 20-1146 oder ein vergleichbares Modell. Zur Inbetriebnahme sind ca. 20 l des parametrierten Lösemittels erforderlich. Bauseitige Druckluftversorgung ist erforderlich (min. 5 bar)

Zusätzliche Information

Elektrische Daten

Abmessung ca.

Gewicht ca.

Normen